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Wake & Bake: Wann ist man ein Kiffer?

Wake & Bake: Wann ist man ein Kiffer?
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Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zählt man bereits beim regelmäßigen Genuss des abendlichen Feierabendbiers zur Risikogruppe der Alkoholkonsumenten. Kurz gesagt, man ist Alkoholiker. Dieses Maß mag nun vielleicht für den einen oder anderen ein wenig drastisch klingen, denn immerhin ist Alkohol bei uns gesellschaftlich absolut etabliert und akzeptiert. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass alleine in Deutschland jährlich rund 74.000 Menschen an den direkten Folgen von Alkoholkonsum sterben. Zum Vergleich: Harte, illegale Drogen wie Heroin, Kokain oder Crystal verursachten 2018 zusammen etwa 1.300 Todesopfer. Diese traurige Statistik soll nun in keinster Weise durch irgendetwas relativiert werden, jedoch stehen dagegen keine belegten menschlichen Tode durch den Konsum von Cannabis. Wie kann es dann also sein, dass man schon beim bloßen tragen von Dreadlocks, zu einem esoterischen Stoner-Kult stigmatisiert wird der selbst den Hippies der 70’er nicht gerecht wird? Und wann ist man überhaupt ein Kiffer?

Was ist ein Kiffer?

Auch wenn der Wortursprung des Kiffers aus dem arabischen mit Wohlbefinden und guter Laune assoziiert wird, ist der Kiffer hierzulande ein stark negativ-geprägter Ausdruck. Laut dem konservativen Volksmund macht kiffen faul und dumm. Gegen diese steile These stehen etliche Personen des öffentlichen Lebens. Ob nun Barack Obama, Steve Jobs, oder Nobelpreisgewinner Francis Crick. Fakt ist, viele kluge Köpfe dieses Planeten sind Hand in Hand mit Mary-Jane durch’s Leben gegangen und waren dabei schwer erfolgreich. 

Das verstaubte Bild des allseits gechillten Kiffers, wird dem heutigen Umgang mit Gras, längst nicht mehr gerecht. Denn auf dem Verbraucher-Markt ist Cannabis längst zum exklusiven Bestseller einer Multi-Milliarden Dollar Industrie avanciert. Dort wird es lange nicht mehr in dunklen Parks, per Augenmaß, in Zigaretten-Cellophan gepresst. Heutzutage füllt es die Regale lichtdurchfluteter Geschäfte in allen erdenklichen Formen, Farben und Variationen. Von der Sorte bis zur Wirkung hat man, nach geschulter Beratung und persönlichem Empfinden, die freie Wahl seiner Cannabis-Experience. 

Und das ist auch gut so! Denn von Couch-stoned bis zum aktiven Laberflash hat jeder sogenannte Kiffer seine individuellen Vorlieben und diese gilt es zu differenzieren. Klar spricht man nach der aktuellen Rechtslage in Deutschland immer noch von einer weichen Droge – doch machen wir uns nichts vor, denn Cannabis ist selbst in der Illegalität allgegenwärtig und das in sämtlichen gesellschaftlichen Kreisen. Daher sollte die Zeit der stupiden Verallgemeinerung, vom vielfältigen Cannabis-Konsumenten zum einheitlichen Kiffer, eigentlich längst Teil der Geschichtsbücher sein.

Risiken der Cannabis-Sucht

Alles was wir konsumieren kann in bestimmten Mengen toxisch wirken, selbst Wasser. Aktuell wird die tödliche Dosis Cannabis auf 1:20.000 bis 1:40.000 geschätzt. Demnach müsste ein erwachsener Mann binnen 15 Minuten knapp 760 Kilogramm Gras konsumieren um in eine lebensbedrohliche Lage zu geraten. 

Dennoch kann für einige Personen auch der Konsum von Cannabis ernsthafte Folgen haben. Insbesondere wer psychisch labil ist, bereits eine Vorerkrankung hatte oder grade in seinem Leben traumatische Ereignisse durchleben musste, sollte den Gebrauch immer mit einem Arzt oder zumindest einer Vertrauensperson kommunizieren. Denn laut einer Vielzahl von Studien kann Cannabis sehr wahrscheinlich keine Psychosen verursachen, jedoch eine bereits verborgene psychotische Erkrankung auslösen.

Generell zu behaupten, Cannabis würde nicht abhängig machen ist zudem falsch. Mehrere Forschungen deuten darauf hin, dass es in den drastischsten Fällen eben doch zu einer schweren psychischen Abhängigkeit kommen kann. Hierbei können die sowohl die Symptome von Entzugserscheinungen, als auch im Extremfall die Probleme der möglichen Beschaffungskriminalität, das Leben eines Süchtigen entscheidend beeinflussen. 

Cannabis Microdosing – Jeden Tag High?

Ein geregeltes Leben erfolgreich auch unter dem Einfluss von Cannabis zu führen ist trotzdem nicht nur möglich, sondern auch allgegenwärtig. Das Konsumentenprofil ist dabei vielschichtig und reicht vom Pizzabäcker bis hin zum Strafrichter. Denn die vielen positiven Eigenschaften von THC und CBD im richtigen Verhältnis machen Cannabis für viele Menschen zum idealen Alltagsbegleiter. Und das ganz ohne dabei lethargisch in der Gegend rum zu wanken.

Selbstverständlich sollte Niemand, der irgendeine Art von berauschender Substanz konsumiert hat, hinter’s Steuer eines Autos. Allerdings ergab eine niederländische Studie, dass der Konsum von Alkohol und Benzodiazepinen zwar das Risiko eines Verkehrstraumas erhöht, der Konsum von Cannabis jedoch nicht. Nichtsdestotrotz ist die Wahrscheinlichkeit in einer allgemeinen Verkehrskontrolle seinen Führerschein zu verlieren deutlich höher wenn man vor zwei Wochen mal einen Joint geraucht hat, als wenn man grade aus der Kneipe kommt und zwei Bier intus hat.

Dazu geführt haben eiserne politische Ignoranz und Jahrzehnte lange mediale Verteufelung und so ihre Spuren, am immer noch angekratzten Image von Cannabis, hinterlassen. Zwar geschehen auf globaler Ebene, hinsichtlich der aktuell vorherrschenden Wende in der Cannabis-Politik, einige positive Dinge. Allerdings wird deutsche Aufklärungspolitik im Jahre 2020 leider immer noch mit streng erhobenem Zeigefinger betrieben, wo ein Joint nicht cool macht und Cannabis letztendlich eben doch kein Brokkoli ist.

Hast du mit einer Cannabisabhängigkeit zu kämpfen? Oder würdest du dich gerne zu diesem Thema online informieren oder mit einer Person sprechen? Hier haben wir ein paar Anlaufstellen für dich: 

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Kommentar(3)

  1. Ich konsumiere regelmäßig – und gehe trotz allem 8 Stunden am Tag körperlich hart arbeiten. Warum soll ich mir meinen Feierabend-Joint nicht gönnen dürfen aber jeder andere seinen viel gefährlicheren Alkohol? Man sollte eher den gefährlichen und Aggressiv machenenden Alkohol verbieten….

  2. Sehe ich genauso. Solange man es nicht übertreibt mit dem Konsum, sodass der Alltag drunter leidet.. ist doch alles fein?! Auch hier gilt; wie bei Alkohol: Alles in Maßen 😉

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