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Cannabis gegen Cannabis-Sucht: Wie CBD THC-Süchtigen helfen kann

Cannabis gegen Cannabis-Sucht: Wie CBD THC-Süchtigen helfen kann
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Wie vielfältig Cannabis tatsächlich ist und dass die Pflanze viel mehr ausmacht als das darin enthaltene THC, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des University College in London (UCL) in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet Psychiatry“.  Klingt erstmal skurril, aber es ist was dran: Mit Cannabis gegen die Cannabissucht. Doch wie kann Cannabidol (CBD) THC-Süchtigen helfen, ihren Cannabiskonsum zu reduzieren – oder gar ganz zu beenden?

Eine Cannabis-, genauer eine THC-Sucht ist zwar selten, kommt aber trotzdem gelegentlich vor. Zum Vergleich: Bei der legalen Droge Alkohol geht man in Deutschland von doppelt so vielen Süchtigen aus wie bei Cannabis. Die Folgen einer Alkoholsucht sind allgemein bekannt; diese gehen nämlich von schweren Organschäden bis zu psychischen Erkrankungen. Eine THC-Sucht mag weniger signifikant und die körperlichen Schäden im Gegensatz zur Alkoholsucht auch sicherlich nicht so schwerwiegend sein, ganz ungefährlich ist sie jedoch nicht. Denn auch bei einer THC-Sucht kann man psychische Folgen davontragen, vor allem, wenn man sich trotz mehreren Versuchen den regelmäßigen Konsum zu beenden nicht vom Wirkstoff THC lossagen kann.

Studie: Cannabissucht-cbd-helfen
© grejak – stock.adobe.com

Mit Cannabis gegen Cannabis-Sucht: Um was geht es in der Studie? 

Bei der Studie handelt es sich um die erste randomisierte klinische Studie überhaupt, welche die Wirkung von Cannabidiol (CBD) gegen eine Cannabissucht behandelt. Richtig gelesen: Die Forscher wollten im Grunde untersuchen, ob Cannabis selbst dabei helfen kann, den Cannabiskonsum von Süchtigen zu reduzieren. Natürlich geht es um zwei unterschiedliche Cannabinoide, nämlich THC und CBD, etwas skurril wirkt der Gedankengang der Forscher dennoch. Sie mögen aber Recht behalten.

Wie ist die Studie aufgebaut?

Insgesamt wurden 82 Probanden getestet, ob ihnen CBD sicher dabei hilft, den THC-Konsum zu verringern. Die Studie gliedert sich in zwei Stufen:

In der ersten Stufe wurden unter 48 freiwilligen THC-Abhängigen drei verschiedene Präparate mit 200mg, 400mg und 800mg CBD und ein Placebo-Präparat zufällig verteilt. Nach der Zuweisung sollten die Probanden für 4 Wochen täglich die jeweilige Dosis zu sich nehmen. Durch Urintests sollte nachgewiesen werden, wie viel Cannabis (THC) die Abhängigen dann noch konsumieren. Die erste Schlussfolgerung: Die Dosis von 200mg CBD zeigte keine Wirkung und wurde somit verworfen.

In der zweiten Stufe wurden zusätzlich 34 Freiwillige, ebenfalls THC-abhängig, zur Studie dazu geholt. Die CBD Dosen in der zweiten Studie betrugen nun 400mg und 800mg. Auch hier wurde das Placebo verteilt. Und tatsächlich: Diejenigen Probanden, die sowohl die 400mg als auch die 800mg CBD-Präparate zu sich genommen haben, konnten öfter auf den THC-Konsum verzichten als diejenigen, die das Placebo bekommen haben. Erstaunlicherweise gab es sogar positivere Ergebnisse bei einer CBD-Dosis von 400mg als bei der von 800mg.

Welchen Schluss kann man daraus ziehen?

Nun, die Studie war nicht groß genug, um eindeutig zu sagen, wie sehr und wie genau CBD Cannabis- bzw. THC-Süchtigen beim Verzicht helfen kann. Eine Verbindung konnte dennoch nachgewiesen werden. Was zu beachten ist: Die Dosis in der Studie war sehr hoch im Vergleich zu den sonst empfohlenen Tagesdosen von CBD-Produkten auf dem Markt wie bspw. CBD Öle oder Liquids. In klinischen Einrichtungen haben die 400mg oder 800mg Dosen somit auf jeden Fall das Potenzial, Cannabissüchtigen zu helfen. Dass dabei noch höhere Dosen einen zusätzlichen Nutzen haben, ist allerdings unwahrscheinlich. 

Erfreulich ist zudem, dass das CBD von allen Probanden gut aufgenommen wurde, denn 94% der Teilnehmer haben die Behandlung beendet und es konnte im Vergleich zum Placebo kein Anstieg an Nebeneffekten verzeichnet werden. 

Großes Potenzial von CBD in der Medizin

Vermehrte Studien in den letzten Monaten und Jahren über verschiedenste Cannabinoide, zu denen auch CBD gehört, zeigen nun mal, warum Cannabis als Wunderpflanze bekannt ist. Es ist nahezu widersprüchlich, dass ein Bestandteil von Cannabis helfen kann die Sucht von einem anderen Bestand der Cannabispflanze zu minimieren. Es bleibt abzuwarten, ob die Studie in naher Zukunft in größerer Ausführung wiederholt wird und sich genauere Aussagen über CBD gegen eine THC-Sucht machen lassen werden. Und doch kann man sich sicher sein, dass immer mehr Studien veröffentlicht werden, die die noch unbekannten positiven Wirkungen von CBD oder womöglich auch gänzlich anderen Cannabinoiden aufzeigen werden. 

Titelbild © HQUALITY – stock.adobe.com

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