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Kiffende Eltern: Cannabis und Verantwortung – geht das überhaupt?

Kiffende Eltern: Cannabis und Verantwortung – geht das überhaupt?
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Cannabiskonsum wird in immer mehr Ländern legalisiert und das Tabu schwindet. Doch was ist, wenn Eltern gelegentlich zum Joint greifen? Stellt das eine Gefahr oder vielleicht sogar eine Chance für die Kinder dar?

Kiffen in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit ist ein No-Go, da sind sich die meisten einig. Doch wie verhält es sich in der Zeit danach?

In einer Online-Umfrage der britischen Tageszeitung „The Guardian“ sprechen knapp 200 Menschen erstmals offen über ihre Rolle als Eltern und den Konsum von Cannabis. Dabei wird deutlich, dass keine von ihnen ihre Sprösslinge vernachlässigen oder verantwortungslos oder unüberlegt handeln würde. Während manche Eltern am Abend ein Glas Wein gönnen, rauchen andere einen Joint. Aber in der Regel erst wenn alle Aufgaben des Tages erledigt sind und die Kinder schlafen. Trotzdem gibt es einiges zu beachten:

Passivrauch ist nicht unbedenklich

Eine systematische Übersichtsarbeit der University of Calgary zeigt, dass der Rauch, der beim Kiffen entsteht, auch in den Körper desjenigen gelangt, der den Rauch passiv einatmet. Wie viel aufgenommen wird, hängt dabei von mehreren Faktoren ab, etwa wie lange man dem Rauch ausgesetzt ist oder wie gut die Belüftung im Raum ist. Klar ist jedoch, dass THC (Tetrahydrocannabinol), der psychoaktive Wirkstoff von Cannabisprodukten in den Blutkreislauf von Menschen in der Umgebung gelangt. Das gilt auch für Kinder!

Abgesehen davon, dass die Kleinen selbstverständlich nicht high werden sollten, gibt es Bedenken über die langfristigen Auswirkungen auf das Gehirn. Die Forschung ist zwar noch längst nicht abgeschlossen, aber es gibt Hinweise darauf, dass sich THC negativ auf Gedächtnis und Intelligenz von Kindern und Jugendliche auswirken kann, da sich ihre Gehirne noch in der Entwicklung befinden. Deshalb sollte niemals in Gegenwart der Kinder gekifft werden und auch nicht dort, wo sie sich sonst aufhalten, also weder in der Wohnung noch im Auto.

Cannabis muss immer sicher aufbewahrt werden

Es liegt eigentlich auf der Hand, aber es ist wichtig, dass Kinder keine aktivierten Cannabisprodukte essen, da es sie sehr krank machen kann. Daher sollte man unbedingt darauf achten Brownies oder Kekse mit Cannabis, aber auch Marihuana oder Hash selbst in kindersicheren Verpackungen aufzubewahren. Zudem sollten sie in einem verschlossenen Bereich gelagert werden, den die Kinder auf keinen Fall erreichen können. Insbesondere Haschisch kann vom Aussehen auch gerne mal mit Schokolade verwechselt werden.

Die Art des Konsums ist entscheidend

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Wenn man nur kifft, um richtig high zu werden und sich dann mit roten Augen und völlig zerstreut seinen Kindern präsentiert, dann beeinträchtigt das in negativer Art und Weise, wie man mit ihnen umgeht. Es ist sehr fraglich, ob man in diesem Zustand noch auf die Bedürfnisse des Nachwuchses eingehen oder auf Gefahrensituationen angemessen reagieren kann – Von der Vorbildfunktion ganz zu schweigen.

Wenn Eltern aber dank ein paar Zügen vom Joint empfänglicher für ihre Umwelt werden, leichter mit anderen in Einklang kommen, sich ihre Stimmung verbessert und sie dadurch vielleicht auch gelassener auf Stresssituationen reagieren, dann sollte es auch kein Problem sein, so vor seinen Kindern aufzutreten.

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