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Hebt Tschechien den THC-Grenzwert an?

Hebt Tschechien den THC-Grenzwert an?
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Im Bezug auf Cannabis haben es die Tschechen noch nie so engstirnig gesehen – seit Gründung der der Republik stehen sie dem Thema liberal gegenüber. So wurde der Konsum, ja sogar der Besitz von Cannabis entkriminalisiert. So weit, so gut – doch es gibt spannende News von unseren Nachbarn. Denn es scheint, als wolle der tschechische Präsident Miloš Zeman ein Gesetz unterzeichnen, das den Grenzwert für THC in Industriehanf auf 1,0 % festlegt und die Vorschriften für THC in fertigen Hanfprodukten deutlich lockert. Doch ist das überhaupt realistisch und was könnte das in Zukunft auch für uns bedeuten? Wir klären auf! 

Präsident Miloš Zeman für Anhebung des Grenzwerts für THC und lockere Vorschriften

Zunächst zu den Fakten: Vor kurzem wies die Abgeordnetenkammer der Tschechischen Republik einen Einspruch von Kritikern des Senats zurück, welches vorsah den Grenzwert für THC zu streichen. Doch nicht nur das: Sie verabschiedeten direkt ein Paket von Änderungsanträgen, durch die die Verfügbarkeit von medizinischem Marihuana verbessert werden soll. Außerdem soll es in Zukunft deutlich einfacher werden, eine Lizenz für den Anbau von medizinischem Cannabis zu erhalten. Boom. Der hat gesessen. Und sie holen direkt zum zweiten Schlag aus!

Zusätzlich zu einem THC-Grenzwert von 1,0 % für Hanfpflanzen „auf dem Feld“ sollen fertige Hanfprodukte, die weniger als 1,0 % THC nach Gewicht enthalten, nichtmehr als süchtig machende Substanzen gelten. Somit wären derartige Produkte wie Extrakte oder Tinkturen künftig von der Drogenmissbrauchsregelung des Landes ausgenommen und frei im Handel erhältlich. Doch über Sieg oder Niederlage der Anträge entscheidet der Endgegner Miloš Zeman und so wie es aussieht, scheint er gewillt sie zu unterzeichnen.

Eine Entscheidung mit hoher Tragweite

Das könnte nicht nur für Europa, sondern weltweit große Folgen haben. Galt bisher doch ein Richtwert von 0,3% allgemein als akzeptiert. Hanfbauern hätten so weitaus mehr Spielraum beim Anbau. Bisher wurden die Feldkulturen, bei denen der kritische Grenzwert überschritten werden könnte, nämlich kategorisch ausgeschlossen. Gezüchtete Pflanzen waren und sind immerhin die bessere Alternative zu saftigen Strafen oder gar dem Entzug der Lizenz.  

Mit dieser Entscheidung würde sich Tschechien auch über die Entscheidung der EU hinwegsetzen. Die hat nämlich Ende letzten Jahres den Grenzwert von 0,2 % auf 0,3 % angehoben. Der neue EU-Grenzwert von 0,3 % soll 2023 in Kraft treten. Konfliktpotenzial ist da vorprogrammiert.

Einen riesigen Vorteil würde sich Tschechien mit dieser Entscheidung jedoch auf dem CBD-Markt sichern. Im Gegensatz zu europäischen Konkurrenten könnten tschechische Produzenten ihre Extraktionsprozesse nämlich weitaus effizienter gestalten, da der CBD-Gehalt der Hanfpflanze proportional zum THC-Gehalt wächst.

Was hältst du von der Anhebung des THC Grenzwertes? Würdest du die Entscheidung unterstützen? Komm gerne mit uns und unseren Lesern in Austausch und teile uns deine Meinung in den Kommentaren mit! 

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