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Grün, grüner, Bella Italia: Ebnet ein neues Gesetz jetzt den Cannabisanbau zum Eigenbedarf?

Grün, grüner, Bella Italia: Ebnet ein neues Gesetz jetzt den Cannabisanbau zum Eigenbedarf?
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Tschechien überlegt die THC-Grenzwerte anzuhebenWiesbaden grübelt über legalen Cannabisverkauf und nun stehen auch in Italien alle Ampeln auf grün. Ja, wer hätte gedacht, dass wir uns Ende 2021 noch mit Sieben-Meilen-Stiefeln hin zur Legalisierung bewegen? In Bella Italia dürften alle Hanfliebhaber gerade Freudensprünge machen. Der Grund: Die Justizkommission der Römer Abgeordnetenkammer hat grünes Licht gegeben für ein neues Gesetz. Künftig soll der Anbau von maximal vier Hanfpflanzen zum Eigenbedarf vor dem Gesetz nichtmehr zum Problem und Strafen für den Handel mit leichten Drogen deutlich gemildert werden. Wir haben für euch alle News zusammengefasst.

Italien: Alles andere als ein Kiffer-Paradis? 

Wer bisher in Italien mit mehr als fünf Gramm Cannabis unterwegs war, sollte sich lieber nicht von der Polizei erwischen lassen. Auch wenn wir denken, die Gesetze wären schon in Deutschland echt hart – in Italien droht einem dafür derzeit schon eine Haftstrafe! Es ist also kaum verwunderlich, dass Italiens Gefängnisse überquellen vor Kleinkriminellen.  

Italien zeigte sich bis vor kurzem streng im Bezug auf das Thema Cannabis – und das, obwohl das Land bis in die 1940er-Jahre der zweitgrößte Hanfproduzent hinter der Sowjetunion war. 2016 wurde dann ein neues Gesetz verabschiedet, welches den Gebrauch von Cannabis mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,6 Prozent bei der Produktion von Lebensmitteln, Kosmetik, Kleidung, Seilen und Baumaterialien erlaubte. Doch dann passiert erstmal ein paar Jahre nichts.

Dieses war der zweite Streich…

Naja, wie sagt man so schön? Geduld ist eine Tugend! Und so gab es 2019, also drei Jahre später, pünktlich zur Weihnachtszeit eine große Überraschung. Nachdem ein Besitzer zweier Marihuana-Pflanzen gegen seine Verurteilung Beschwerde eingelegt hatte, entschied das höchste Gericht für Italien, dass es nun an der Zeit sei neue Wege zu beschreiten. Der Anbau von „minimalen Cannabismengen“ für den Gebrauch einer einzelnen Person müsse erlaubt sein, sofern der Hanf „mit rudimentären Mitteln hergestellt“ werde – lautete die Entscheidung, die so manch einem konservativen Politiker Italiens sicher das Weihnachtsfest versaute. Nun mussten neue Regularien aufgestellt und Gesetze verändert werden. Einiges zu tun, zumal mit „minimalen Cannabismengen“ eben keine genaue Menge definiert wurde. 

…doch der dritte folgt zugleich! 

Und nun, 2021, scheint es endlich so weit: In der Justizkommission der Abgeordnetenkammer wurde ein neuer Gesetzesentwurf verabschiedet. Bis zu vier Cannabispflanzen pro Haushalt eines Patienten sollen demnach künftig entkriminalisiert werden. 630 Abgeordnete sollen nun in einem Plenum über den Entwurf und entsprechende Änderungsanträge abstimmen. Unterstützung bekommt der Entwurf seitens der Sozialdemokraten und Linken, während Lega, Forza Italia, Coraggio Italia und Fratelli d’Italia ihn offenbar nicht unterstützen wollen. 

Legales Weed statt Mafiosi

Das neue Gesetz soll nicht nur dazu dienen Menschen, die aus medizinischen oder therapeutischen Gründen auf Cannabis angewiesen sind, einen leichteren Zugang zu gewähren. Seit Jahren hat Italien massive Probleme mit der Mafia und der damit einhergehenden Drogenkriminalität. Derartige Gesetzesänderungen haben bereits anderen Ländern geholfen, den Schwarzmarkt besser regulieren zu können. Zudem schaffe die Legalisierung einen besseren Zugang zu den Menschen. Denn eins ist Fakt: Mit den strengen Regelungen aus der Vergangenheit hat Italien bisher ziemlich wenig erreicht. Die Kifferdichte in Italien ist eine der höchsten Europas, Italien belegt Platz zwei direkt hinter Dänemark. 

Auch in Malta grünt es grün! 

Die Italienische Republik Malta geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier sieht ein brandaktueller Gesetzesentwurf vor, den privaten Cannabis-Konsum nicht nur für den medizinischen Gebrauch zu legalisieren. Auch hier wird das Problem mit der Drogenkriminalität als einer der Hauptgründe aufgeführt. Der Handel bleibt nach wie vor eine schwere Straftat. Der Cannabis-Konsum soll laut dem Entwurf in geschlossenen Räumen ohne Anwesenheit von Minderjährigen gestattet werden. Zudem soll der Besitz von bis zu sieben Gramm und der Anbau von nicht mehr als vier Cannabis-Pflanzen nichtmehr strafrechtlich verfolgt werden. 

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