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Justiz-Etat im Bundestag: Canan Bayram und die Cannabis Debatte

Justiz-Etat im Bundestag: Canan Bayram und die Cannabis Debatte
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Am 2. Juni fand im Bundestag die Debatte zum Justiz-Etat statt. Wie die Dpa berichtet, ging es dabei sowohl um Vorratsdatenspeicherung als auch um Cannabis. Zwei wichtige Themen, von denen eines dem anderen die Show stahl. Bühne frei für Canan Bayram!

Liebling Xhain zieht vom Leder

Das ist der Twitter Name Bayrams, und bildet ab, wie sehr sie “ihre” Kieze, Friedrichshain und Kreuzberg liebt. Aber nicht nur das, sie unterstützt in ihrem Wahlkreis, zu dem auch Prenzlauer Berg Ost gehört, aktiv Initiativen und lokale Vereine, und ist Gründungsmitglied von Friedrichshain hilft ev. Kurz gesagt – Canan ist ganz nah dran, an ihren Wählern. Wie nah, das konnte man am 2. Juni live miterleben, als sie im Bundestag eine Rede vom Stapel ließ, die keiner von uns besser gekonnt hätte.

Ja, auch sie kiffen!

Canan Bayram kam daher, wie ein Kreuzberger Original, und das ist sie ja auch irgendwie. Mit Lederjacke, heiserer Stimme und einer sichtbaren Freude an der Sache im Gesicht, betrat sie am Donnerstag das Podium. Was dann kam, überraschte in Intensität und Enthusiasmus wohl jeden; denn es folgte eine Hymne: “Es kann nicht sein, dass die CDU immer noch legal Alkohol konsumieren darf und dass Teile der Menschen in meinem Wahlkreis dafür kriminalisiert werden, dass sie in Ruhe kiffen wollen”, kritisierte sie. Das müsse sich ändern. Es sei an der Zeit, dass die «Fortschrittskoalition» bei der “Legalisierung von Drogen einen Weg einschlägt, der die gesellschaftliche Realität abbildet”, so Bayram weiter.

In den Gesichtern der angesprochenen Fraktion sind von Belustigung über Verunsicherung bis Ablehnung alle Emotionen vorhanden, doch damit nicht genug. Es sei ihr zugetragen worden, dass auch einige Konservative Cannabis konsumierten, fuhr Canan Bayram fort. Sie sagte: “Ja, auch die Konservativen, sie kiffen! Und demnächst kiffen sie legal, und das haben sie dann uns zu verdanken.”  Sie fügt hinzu: “ Keine Sorge, ich werde es ihnen gönnen!”, grinst, und verlässt den Schauplatz.

Schade, dass derart leidenschaftliche Reden erst stattfinden, seit die Legalisierung quasi beschlossene Sache ist. Ebenfalls schade, dass das dringlichste Thema, die Entkriminalisierung nämlich, nicht auf den Tisch kam. Es bleibt ein fader Beigeschmack der Selbstinszenierung, denn Mehrwert für die Betroffenen, wurde hier nicht geschaffen. Leider.

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