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Die meisten Drogentoten in Deutschland: Bayerns trauriger Rekord

Die meisten Drogentoten in Deutschland: Bayerns trauriger Rekord
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Es ist nicht Berlin. Bundesweit sterben die meisten Menschen in Bayern an Drogenmissbrauch. 308 Drogentote waren es im letzten Jahr – um eine Zahl zu nennen. Dabei ist die Landeshauptstadt München doch vor Allem bekannt für seine niedrige Kriminalitätsrate? Aber was sich wirklich in der Stadt abspielt, ist erschreckend. In den Fußgängerzonen herrscht geschäftiges Treiben, seit Jahren wird ein makelloses Image gepflegt – allerdings nur an der Oberfläche. Direkt unter den Füßen der High Society treffen sich Drogensüchtige in den Katakomben und U-Bahn-Schächten, um sich einen Schuss zu setzen. Das Leben vieler Drogensüchtiger findet im Untergrund statt, und endet oftmals dort – vielleicht auch genau in diesem Moment. Und dafür gibt es einen traurigen Grund: Es gibt in ganz Bayern keine Konsumräume oder sogenannte Fixerstuben, obwohl sie in Deutschland per Gesetz erlaubt sind. Wär ja schlecht für’s Image.

Bayern will nach wie vor nichts von Fixerstuben wissen

Bayerns Politik lässt die Junkies auf der Straße stehen. Frei nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Landesregierung ist der Meinung, Fixerstuben würden Dealer anziehen, anstatt Süchtigen zu helfen. Doch was steckt eigentlich hinter der Idee der Fixerstuben? In den Einrichtungen können sich Süchtige unter Aufsicht Drogen spritzen – mit sauberem Besteck und sauberen Substanzen. Wenn was schief geht, ist ein Notarzt zur Stelle. Sozialpädagogen sind sich einig, den Abhängigen damit wieder eine Struktur zu geben. Durch diese Maßnahmen ist in anderen Städten die Anzahl der Drogentoten drastisch gesunken. Trotzdem sind die Konsumräume im Freistaat undenkbar.

Die Katakomben Münchens sind ein großes Labyrinth

„Mich regt dieses heuchlerische Image von München so sehr auf.“ In der Doku vom Y-Kollektiv beschreibt Noah Sari das wahre Leben in Münchens Untergrund. Durch Tiefgaragen und alte U-Bahn-Schächte kommt man in die Katakomben direkt unterm Hauptbahnhof. Leute aus der Szene wissen genau, welche Tür sie öffnen müssen, um in die weitläufigen Versorgungsschächte zu gelangen. Dort sind sie ungestört. Wohnungslose finden zudem einen Platz zum Schlafen, auch im Winter. Viele verlaufen sich in dem riesigen Labyrinth und finden den Weg nicht mehr zurück. Bei einer Überdosis kann das schnell tödlich enden. Einzig allein der Drogennotdienst L43 bietet den Konsumenten in München kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten in der Notschlafstelle und ein cleanes Besteck im Tagescafé. Die Bedingung: Kein Konsum.

Cannabis-Prohibition fördert Zahl der Drogentoten

Doch nicht nur die vorherrschende Verdrängung der Probleme ist der Grund für diesen traurigen Rekord. Ein starker Zuwachs ist besonders bei den neuen psychoaktiven Substanzen – kurz Legal Highs – zu beobachten. Diese teilweise komplett unerforschten und unberechenbaren Substanzen werden von Konsumenten oft als “legale” Alternative zu Cannabis eingenommen – mit fatalen Konsequenzen. Eine modernere Drogenpolitik könnte zumindest in diesem Bereich einen kleinen Riegel vorschieben. Die bisherigen Bemühungen blieben, wie der nach wie vor blühende Onlinehandel zeigt, weitestgehend erfolglos.

Ist der Kampf gegen Drogen durch Repression zum Scheitern verurteilt?

Das Ministerium will den Kampf gegen die Drogen weiter verschärfen. Allerdings führt die Repressionspolitik nicht wie gewünscht zu weniger Abhängigen oder Drogentoten. Vielmehr bedarf es einer ganzheitlichen Aufklärung und Anlaufstellen für Abhängige. Es bleibt die Frage offen, wie lange Bayerns Regierung noch die Augen vor dem Problem verschließen kann.

Bildquellen:

Titel: © CC BY 2.0 wikipedia.org by David Kostner

Beitrag: © CC BY 2.0 flickr.com by JM

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