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Legal Highs: Legaler Spaß? Von wegen!

Legal Highs: Legaler Spaß? Von wegen!
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Im Internet den nächsten Rausch einkaufen, risikolos und dazu noch ganz legal? Klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch. Legal Highs versprechen, wie der Name schon sagt, zwei Dinge. Erstens: Du wirst davon high. Zweitens: Das Ganze ist gesetzlich unbedenklich. Achtung, Spoiler – ein größerer Etikettenschwindel war vielleicht nur der Pferdefleisch-Skandal von 2013. Die Highmacher sind vieles. Ungefährlich oder legal sind sie aber ganz und gar nicht.

1. Legal Highs ist kein Fachbegriff

Legal Highs werden unter einer Menge Bezeichnungen vertrieben: Als Badesalze, Lufterfrischer, Kräuter- und Räuchermischungen (am bekanntesten ist Spice) oder Reinigungsmittel, um nur einige zu nennen. Das hilft den Händlern dabei, die Betäubungs- und Arzneimittelgesetze zu umgehen. Die Namen, unter denen diese Substanzen verkauft werden, sind so exotisch wie kreativ: “Amazonas Vanilla”, “Jamaican Gold” oder “Bonzai Winter Boost”. Klingt nach einem sanften, angenehmen High, oder? Tatsächlich kann aber nie mit Gewissheit festgestellt werden, was in Legal Highs eigentlich drin ist und ob das Zeug nun wie Amphetamin oder doch eher wie Cannabis wirken wird. Kein Hersteller ist dazu verpflichtet, sein Produkt mit einem Aufkleber zu Wirkstoff und Wirkstoffkonzentration zu versehen. Dass das den Konsum extrem risikoreich macht, brauchen wir an dieser Stelle nicht weiter zu betonen. Und auch, wenn du glaubst, “nur” synthetische Cannabinoide gekauft zu haben: Die THC-Konzentration in Legal Highs ist in der Regel sehr viel höher als in natürlichen Produkten. Kurz gesagt, man kauft die Katze im Sack. Und die Katze im Sack kann dich im schlechtesten Fall sogar dein Leben kosten.

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2. Legal Highs sind nicht wirklich legal.

Legal sind Legal Highs tatsächlich nur in der Theorie. Man kann sie zwar relativ problemlos im Internet verkaufen und bestellen, aber nur, weil die enthaltenen Wirkstoffe oftmals nicht vom Betäubungsmittelgesetz erfasst sind. Heißt konkret: Sobald ein Legal Highs-Wirkstoff in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen und damit illegal wird, ändert jemand einfach die chemische Formel ab. Dieser Trick hat aber nur bis zum November 2016 gut funktioniert. Seitdem ist nämlich das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) in Kraft getreten. Das umfasst nun nicht mehr nur einzelne Substanzen, sondern ganze Stoffgruppen. Die rechtlichen Vorschriften können so deutlich schwerer umgangen werden. Verboten ist der Handel, das Inverkehrbringen, die Herstellung, die Ein-, Aus- und Durchfuhr, der Besitz, das Verabreichen und auch das Erwerben eines neuen psychoaktiven Stoffes. Sobald du also sogenannte Legal Highs kaufst, machst du dich ziemlich sicher strafbar.

3. Legal Highs sind kaum erforscht

Im Gegensatz zu vielen anderen Substanzen gibt es zu Legal Highs derzeit noch keine Studien, die bei der Einschätzung der Konsumrisiken helfen würden. Das liegt in erster Linie daran, dass die verwendeten Wirkstoffe und der Reinheitsgrad derselben stark variieren. Einzelfallstudien haben allerdings eine Korrelation zwischen der Einnahme von Legal Highs und Herzinfarkten, Herzrhythmusstörungen und Psychosen aufgezeigt. Außerdem kann es beim Konsum zu Panikattacken kommen, die dann wiederum zur Ursache tödlicher Unfälle werden. Die Anzahl der Todesfälle durch den Konsum von Legal Highs steigt von Jahr zu Jahr.

Eine Cannabis-Legalisierung kann helfen

Menschen berauschen sich gerne. Das war schon immer so und wird auch zukünftig so sein. Warum also nicht den Rausch legalisieren? Die Entkriminalisierung von Cannabis könnte nicht nur die Behörden entlasten, sondern auch den Konsumenten mehr Sicherheit bieten und dem Geschäft mit Legal Highs den Garaus machen. Schließlich würde niemand mehr krude Kräutermischungen oder pflanzliche Highmacher bei einem suspekten Internet-Händler bestellen, wenn er oder sie stattdessen ganz legal auf Cannabis zurückgreifen darf.

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