Home Grüne Seiten Politik Spielverderber Blienert: Kommt die THC-Obergrenze?
0

Spielverderber Blienert: Kommt die THC-Obergrenze?

Spielverderber Blienert: Kommt die THC-Obergrenze?
0

Cannabis wird immer stärker. Dieser Umstand dürfte für die meisten Konsumenten kein neuer sein. Und auch kein Problem, da sich Dauerkonsumenten schleichend an einen stetig wachsenden THC-Wert gewöhnen. Die Erst- und Ausnahme-Konsumenten dürften heute allerdings deutlich platter sein als noch vor ein paar Jahren. War man in den 90ern nämlich noch mit 15% THC vollkommen bedient, so sind es heute bis zu 25%. Nun haben sich zwei Parteien gebildet – THC-Obergrenze, ja oder nein?

Blienerts Verständnis für beide Seiten

Nachdem die Regierung im Mai nun endlich mit fachlichen Vorbereitungen für die kontrollierte Freigabe von Cannabis begonnen hat, und die Anhörungen der Experten aus Gesundheitsschutz, Lieferketten, Anbau und Besteuerung bevorstehen, hat der Beauftragte für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert (SPD), ein “neues” brisantes Thema aufgeworfen. Ein Joint aus den Siebzigern ist mit dem heutigen nicht mehr vergleichbar“, sagte Blienert der Welt am Sonntag. Der Gehalt des psychoaktiven Wirkstoffs habe sich in den letzten Jahren durchschnittlich verdreifacht. Man müsse deshalb „ernsthaft diskutieren“.

Nachdem Blienert die Debatte über die Obergrenze von THC in Cannabis für den Freizeitkonsum gefordert hat, war ihm wichtig klarzustellen, dass er die Argumente beider Seiten nachvollziehen könne. Die Befürworter argumentieren vorrangig mit den gesundheitlichen Risiken, die der Konsum, besonders von starkem Cannabis mit sich brächte. Die Gegner der Obergrenze argumentieren derweil, dass sich der Schwarzmarkt so nicht eindämmen ließe. Zwar sind dem Jahresbericht des Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen zufolge Hanfdrogen die Ursache für rund 30 Prozent der Drogentherapien in der Europäischen Union. Doch Karl Lauterbach hat darauf eine gute Antwort.

Hoffnung auf Gesetzesentwurf bis Ende 2022

Nachdem die Abgabe von Cannabis an Erwachsene in lizensierten Fachgeschäften in den Koalitionsvertrag aufgenommen war, argumentierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass verunreinigtes Cannabis ein größeres Risiko darstelle als eine kontrollierte Abgabe. Gekifft wird sowieso, wie wir nach einer 93 Jahre andauernden, gescheiterten Prohibition nun sogar die Psychotherapeuten eingestehen mussten. Folgt man diesem Argument, stellt man fest, dass verunreinigtes Cannabis mit hohem THC-Wert vom Schwarzmarkt auch gefährlicher ist als sauberes Weed mit hohem THC-Gehalt. So what are we talking about? “Wir werden sehen, wo wir am Ende dieses Prozesses landen.”, sagte Blienert der Bild am Sonntag. Bis Ende des Jahres soll der Gesetzesentwurf da sein. Karl Lauterbach wurden sogar die Gelder für sein Ministerium auf Eis gelegt, um die Sache zu beschleunigen. Jetzt hilft nur noch warten und beten. Wir sind gespannt ob und inwiefern es tatsächlich zu einer THC-Obergrenze kommt.

Überraschende Modellprojekte

Die Linken-Fraktion, die schon immer für ihre liberale Einstellung zu Drogen bekannt ist, und kurz vor dem alles verändernden Koalitionsvertrag zwei Anträge zu genau diesem Thema eingereicht hatte, spricht sich nun für ein Modellprojekt mit Crystal Meth aus. Sie streben die Abgabe an Schwerstabhängige an, wie es sie bereits in Berlin und anderen Städten für Heroin gibt. Diese laufen als Substitutionsprogramme und sorgen somit dafür, dass Abhängige langsam von ihrer Droge entwöhnt werden, statt andere Substitute einzunehmen, welche meist noch stärker abhängig machen.

“Eine staatliche Abgabe von geprüften Substanzen an Abhängige wäre sehr sinnvoll“, sagte der Abgeordnete Ates Gürpinar der Welt. „So könnten sie in enger Begleitung ihre Sucht befriedigen, ohne krasse gesundheit­liche Folgen durch stark schwankende Qualität erleiden zu müssen. So schädlich Drogen selbst sind, werden viele drogenbezogene Probleme wie die Gesundheitsgefährdung durch Streckmittel, die Finanzierung, der organisierten Kriminalität und der soziale Abstieg von Abhängigen vor allem durch die Prohibition verursacht“, fügte Gürpinpinar hinzu. Besser kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.