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Immer mehr Befürworter in der Union zur Regulierung von Cannabis zum Freizeitkonsum

Immer mehr Befürworter in der Union zur Regulierung von Cannabis zum Freizeitkonsum
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Während vor wenigen Jahren noch CDU und CSU wie ein massiver unbeweglicher schwarzer Block geschlossen hinter der Cannabis Prohibition standen, bewegen sich immer weitere Teile hin zu einer vernünftigen Regulierung von Cannabis.

Wer die letzten Debatten zum Thema Cannabis verfolgt hat, wird feststellen, dass die Argumente von CDU/CSU sehr dem Niveau „Ich bin dagegen, warum ist doch egal“ gleichen, was man üblicherweise der Punk-Bewegung zuordnen würde. So argumentierte beispielsweise Alexander Krauß (CDU), dass eine Prohibition weiterhin Bestand haben müsse, da es sonst wie in Kaliforniens Straßen nur nach Pisse und Marihuana riechen würde. Auch das Festklammern an längst widerlegte Behauptungen, Cannabis sei eine Einstiegsdroge oder die Konsumentenzahlen unter den Jugendlichen würde durch eine Regulierung des Marktes steigen, zeugt mehr von Ideologie als von faktenbasierter Auseinandersetzung mit dem Thema.

CDU/CSU steht nicht mehr einheitlich hinter der Cannabis-Prohibition

Doch ganz zaghaft, still und leise, erheben sich auch innerhalb der Union mehr und mehr Stimmen, die dem festgefahrenen Kurs der Drogenpolitik kritisch gegenüberstehen. Im September 2018 erklärte Erwin Rüddel, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses (CDU) es bräuchte Cannabis-Modellprojekte, um Klarheit in dieser Streitfrage zu schaffen. Im erzkonservativen Bayern lud die Junge Union Rosenheim den deutschen Hanfverband auf eine Diskussionsrunde zu dem Thema der Regulierung ein. Nicht wenige, mit denen wir gesprochen hatten, positionierten sich ganz klar gegen die aktuelle Cannabispolitik von CDU/CSU.

Auch die Mitgliederinitiative „Union der Mitte Deutschlands“ sieht die Legalisierung als gewinnbringend an, wie sie kürzlich von ihrem offiziellen Facebook-Account unter einem ZDF-Beitrag verlauten ließ, der von Pro Cannabis Deutschland geteilt wurde:

Quelle: Facebook

Auch die Union erkennt die Vorteile einer Cannabis-Regulierung

Das erste Knacksen im Schwarzen Massiv lässt hoffen, dass die langjährigen Bemühungen der Union mithilfe rationaler Argumente Vernunft einzuhämmern, endlich Früchte tragen. Denn dank der Cannabislegalisierungswelle ausgehend von der USA und Kanada, begreifen wohl nun auch die Letzten, dass wir uns einem Markt verschließen, der enormes Potenzial für Deutschland und Europa bietet – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.

Nach dem Abgang von Marlene Mortler ins Europaparlament bleibt abzuwarten, ob das Amt der Drogenbeauftragte an eine weniger faktenresistente Person übergeben wird.

Titelbild: “Bundestagswahl 2017 #btw2017” by Markus Spike. Lizenz: CC BY 2.0

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