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Cannabis-Modellprojekt in München: Die Zukunft des medizinischen Cannabis?

Cannabis-Modellprojekt in München: Die Zukunft des medizinischen Cannabis?
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Rund 44.000 Einheiten medizinisches Cannabis haben deutsche Apotheken im Jahr 2017 ausgegeben – auf Krankenkassenkosten. Und das obwohl immer noch ca. ein Drittel der Anträge auf Kostenerstattung abgelehnt werden. Der deutschlandweite Bedarf ist wesentlich höher. Schätzungen gehen von bis zu 1% der Bevölkerung aus, bei denen medizinisches Cannabis helfen kann. Ist ja auch kein Wunder: Gerade bei ADHS, bei Multipler Sklerose und vielen Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen, ist Cannabis eine gute Alternative zu anderen, weitaus aggressiveren Medikamenten, die teils verheerende Nebenwirkungen hervorrufen. Noch immer werden viel zu viele Cannabis-Patienten als Kiffer abgestempelt. Aber langsam setzt die Erkenntnis ein, dass manche Menschen nicht nur zu Genusszwecken Cannabis konsumieren, sondern weil es ihnen ein normales Leben ermöglicht, mit vergleichsweise geringen Nebenwirkungen.

Lieferengpässe für medizinisches Cannabis: Es wird nicht genügend angebaut

Bei all der Aufmerksamkeit, die medizinisches Cannabis derzeit erhält, gibt es ein fundamentales Problem: Schon jetzt treten enorme Lieferengpässe auf. Deutschland importiert das Cannabis, welches die Patienten in der Apotheke erhalten, nur aus den Niederlanden und aus Kanada, was bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Zusätzlich könnte Kanada zukünftig als Lieferant nicht mehr in Frage kommen, da es mit der geplanten Legalisierung laut Erwin Rüddel (CDU Gesundheitsexperte) gegen das UN-Einheits-Übereinkommen über Suchtstoffe (1961) verstoßen würde.

Cannabis-Anbau in Deutschland zwar längst geplant, aber weiter vertagt

Die Lösung bestünde eigentlich darin, innerhalb der Bundesrepublik Cannabis anzubauen und so unabhängig von den Importen agieren zu können. Das  ist so auch schon länger geplant. Allerdings stoppte das Oberlandesgericht Düsseldorf jetzt das Vergabeverfahren um den Anbau und die Lieferung von 6,6 Tonnen Cannabis. Der Grund: Ein Formfehler. Die erste Ernte unter staatlicher Aufsicht wird deshalb erst in ein paar Jahren stattfinden können. Besonders für Palliativpatienten ist das eine schlechte Nachricht.

DHV-Aktivisten aus München wollen Medizinalhanf anbauen

Die schon jetzt für Cannabis-Patienten untragbare Situation könnte sich weiter verschlechtern. Aus diesem Grund reichen Aktivisten der Münchner Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbands jetzt einen Antrag bei der Stadt ein, um einen Medizinalhanfanbau in München zu starten. Im Rahmen eines Cannabis Social Clubs, der ausschließlich Cannabis-Patienten offen steht, soll den Versorgungsengpässen entgegengewirkt werden. “Cannabispatienten haben das Grundrecht auf eine lückenlose medizinische Versorgung. Das im Modellprojekt produzierte Cannabis soll Versorgungssicherheit bei Münchener Patienten gewährleisten”, so Micha Greif, der Sprecher der Gruppe.

Kontrollierter Anbau, kontrollierte Ernte und Abgabe nur an Patienten

Der Plan: Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung des Cannabis werden nur durch qualifiziertes Personal verantwortet. Wer das Cannabis an Dritte weitergibt, macht sich weiterhin strafbar und wird ausgeschlossen. Zudem erhält jedes Mitglied des Cannabis Social Clubs nur die medizinisch indizierte Eigenbedarfsmenge. Außerdem soll das Projekt wissenschaftlich begleitet werden.

Jetzt die Petition unterzeichnen und Cannabis-Patienten eine Stimme geben!

Unterstützt wird der Antrag von einer Online-Petition, die ihr hier unterzeichnen könnt. Warum ihr das dringend tun solltet? Weil eine ideologische Ablehnung von Cannabis nicht zu Lasten von Patienten gehen darf, für die Cannabis die beste Medizin ist. Weil das Münchner Modellprojekt der Startschuss für eine bundesweite Bewegung sein könnte. Und weil Cannabis-Patienten keine Freizeitkiffer sind, verdammt noch mal.

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