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Decarboxylierung – Die Grundlage zum Kochen und Backen mit Cannabis

Decarboxylierung – Die Grundlage zum Kochen und Backen mit Cannabis
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Nicht jeder möchte sein Gras rauchen, beispielsweise Nichtraucher oder Cannabis-Patienten. Doch es gibt glücklicherweise noch andere Wege, das geliebte Kraut zu konsumieren. Spätestens seit der Legalisierung von Cannabis in einigen Bundesstaaten der USA ist Kochen und Backen mit Cannabis total angesagt. Und dabei geht es nicht nur um ein Rauscherlebnis, sondern ebenso um eine besondere kulinarische Erfahrung, da Marihuana einen sehr intensiven Eigengeschmack mitbringt. Zudem macht es auch noch eine Menge Spaß mit Cannabis in der Küche zu experimentieren. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Beim Kochen bzw. Backen gibt es allerdings einiges zu beachten, um die gewünschte Wirkung nicht zu verlieren.

Wirkt Cannabis beim Essen anders als beim Rauchen?

Definitiv! Beim Rauchen gelangen bei jedem Zug die Cannabinoide in die Lunge, wodurch die Wirkung sehr schnell eintritt. Allerdings dauert das High nicht so lange an, da die Wirkstoffe auch schneller abgebaut werden. Beim Essen ist das umgekehrt: Die Wirkung tritt später ein, da die Wirkstoffe erst über die Verdauung in den Stoffwechsel gelangen müssen. Dafür hält die Wirkung länger an und wird meist intensiver wahrgenommen.

Der einzige Nachteil daran ist, dass man die benötigte Menge im Vorhinein nicht immer abschätzen kann und man gerne auch mal zu viel von den leckeren Brownies & Co. futtert. Hier sind Erfahrungswerte der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb ist es zu empfehlen, bei den ersten Gerichten vielleicht etwas sparsamer zu würzen.

Zur Beruhigung sei gesagt, es gibt keine tödliche Überdosis, allerdings kann zu viel des Guten zu Übelkeit, Schweißausbrüchen und unangenehmen psychotischen Schüben führen.

Ohne Decarboxylierung hat das Cannabis keine Wirkung

decarboxylieren-cannabis

In der Hanfpflanze liegen überwiegend THCA-Säuren vor, die in neutrales THC umgewandelt werden müssen. Durch Erhitzen wird ein Kohlendioxid-Molekül von der Säure abgespalten, wodurch reines THC entsteht. Die sogenannte Decarboxylierung geschieht beim Rauchen innerhalb weniger Millisekunden, wenn das Gras zusammen mit dem Tabak auf 800 °C bis 900 °C erhitzt wird.

Beim Kochen oder Backen ist das anders, da meist viel niedrigere Temperaturen vorherrschen. Zwischen 100 °C und 145 °C muss das Gras deutlich länger erhitzt werden, um die Abspaltung von Kohlendioxid zu erzielen.

Wir wollen euch zwei gängige Methoden vorstellen, um euer Cannabis entsprechend vorzubehandeln:

1. Decarboxylierung im Backofen:

Als erstes solltet ihr euer Gras für eine möglichst große Oberfläche sorgfältig mit einem Grinder zerkleinern und auf Backpapier verteilen. Je höher die Temperatur eingestellt wird, desto schneller findet die Umwandlung statt. Wir empfehlen allerdings eine niedrige Temperatur über einen längeren Zeitraum, damit die wertvollen Terpene, die Aromastoffe, nicht zerstört werden.

90 Minuten auf 110 Grad liefern hier sehr gute Ergebnisse. Nach dem Backen sollte das Cannabis mit flüssiger Butter oder Öl gut vermengt werden und ist einsatzbereit für die finale Weiterverarbeitung.

2. Decarboxylierung im Wasserbad

Die zweite Methode, um das Cannabis zu decarboxylieren, ist ein Wasserbad. Dazu nehmt ihr ein Einmachglas, das ihr mit einem Deckel wasserfest verschließen könnt. Zerkleinert euer Gras ebenfalls mit einem Grinder und füllt es in das Glas. Bringt einen Topf mit Wasser zum Kochen und stellt das Einmachglas mit dem Gras für 60 Minuten bis 90 Minuten in das Wasserbad. Nach dem Wasserbad müsst ihr das aktvierte Cannabis aussieben und abkühlen lassen. Dann folgt auch hier die Vermischung mit flüssiger Butter oder Öl. Jetzt habt ihr eine wunderbar potente Zutat für das nächste Cannabis-Gericht.

Wie berechnet man die optimale Menge?

Wir empfehlen dieses Rezept für Cannabis-Butter, um eine Vorstellung von den Mengen und Zutaten zu bekommen.

Der ein oder andere hat es vielleicht schon miterlebt, dass die Wirkung beim Essen entweder gleich Null war oder viel zu stark. Es ist extrem wichtig, die richtige Menge an THC pro Person einzukalkulieren, damit jeder auf seine Kosten kommt. Die meisten Cannabissorten enthalten in etwa 10% THC, potentere Sorten bringen es auch schon mal auf bis zu 20%. Wenn man durchschnittlich von einem Gehalt von 10% ausgeht, so enthält ein Gramm Gras (sprich 1.000mg) 100mg THC. Für Anfang wird eine Höchstmenge von 5mg pro Portion, beispielweise einem Keks empfohlen. So kann man langsam ein paar Kekse essen und die Wirkung abwarten. Man muss natürlich ein bisschen rumprobieren und experimentieren, um die optimale Menge herauszufinden, da jeder unterschiedlich reagiert und es auch darauf ankommt, ob man bereits regelmäßig Cannabis konsumiert oder sehr selten. Sollte zum Beispiel nach 5 Keksen eine optimale Wirkung eintreten, habt ihr einen guten Anhaltspunkt für das nächste kulinarische Cannabisabenteuer.

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