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Cannabis-Aktien: Lohnt es sich aktuell zu investieren?

Cannabis-Aktien: Lohnt es sich aktuell zu investieren?
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Wir schreiben das Jahr 2020, Marihuana ist mittlerweile nicht nur mancherorts legal, sondern in einigen Ländern bereits zu einem Multimilliarden-Dollar Geschäft geworden. Ein relativ junger Markt, mit vielversprechenden Unternehmen, die noch ganz am Anfang stehen. Das bietet erhebliches Wachstumspotential. So wurden in den letzten Jahren – einhergehend mit dem Trend der gesellschaftlichen Liberalisierung Cannabis gegenüber – auch die Aktien der börsennotierten Cannabis-Unternehmen für Anleger und Investoren immer interessanter. Anfang 2018 kam es deshalb zu einem regelrechten Boom der Cannabis-Aktien. Vergleichbar mit dem Hype um die Kryptowährungen ein Jahr zuvor, schoss der Wert einiger Cannabis-Aktien in schwindelerregende Höhe. Doch 2019 kam dann die Ernüchterung und die meisten Aktien der großen Player im Cannabis-Business verzeichneten Verluste von bis zu 80%. 

Ein Jahr später ist das Thema Cannabis-Aktien noch immer hochaktuell. Nach Boom und Fall spalten sich die Aktionäre und Investoren aber heutzutage in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die die finanziellen Möglichkeiten und das Potential des aufkeimenden Cannabis-Markts für sich nutzen wollen. Auf der anderen diejenigen, die zur Vorsicht aufrufen angesichts der unsicheren rechtlichen und politischen Zukunft, die der Branche bevorsteht. Die große Frage, die sich tausende (Hobby-)Anleger Anfang 2020 nun stellen: Sollte ich aktuell in Cannabis-Aktien investieren oder nicht?  

Vorteile von Cannabis: ein wachsender Markt mit viel Potential  

Cannabis-Firmen sind neu, und ihre Aktien sind noch neuer. Wenn die Industrie weiterwächst, werden mehr dieser Firmen an die Börse gehen und die bereits bestehenden werden in Größe und Wert expandieren. Für die Cannabis-Firmen könnten sich in den kommenden Jahren weitere aussichtsreiche Märkte erschließen. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf den USA: Dort gibt es Bestrebungen, Cannabis bundesweit zu legalisieren, was bislang jedoch noch am Widerstand der Republikaner scheitert. Dennoch sind gerade in der westlichen Welt aktuell deutliche liberale Tendenzen, im Umgang mit dem Thema Cannabis, erkennbar. Eine Legalisierung für beispielsweise den gesamten US-Markt, in den kommenden 10 bis 20 Jahren, gilt als durchaus möglich. Für Cannabisfirmen wäre eine solche Expansion auf dem US-Markt eine Goldgrube – und entsprechend auch für ihre Anleger. 

Was spricht für eine Legalisierung?

Außerdem ist das Potenzial des Cannabis-Markts gewaltig. Immerhin gilt Cannabis – auch in Deutschland – bereits seit Längerem als weit verbreitet in der Gesellschaft. Laut dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung, aus November 2019, gaben bei den 18- bis 25-Jährigen fast 43 Prozent an, mehr oder weniger regelmäßig Cannabis zu konsumieren. Bei einer Legalisierung und der damit verbundenen Regulierung würden demnach erhebliche Einnahmen durch Cannabis winken: Neben den Steuereinnahmen für den Staat auch für die in der Branche tätigen Unternehmen. Entsprechend positiv würde sich das wiederrum auf die Börsenkurse der Cannabis-Firmen auswirken. Einige Experten rechnen sogar damit, dass sich der weltweite Markt für Cannabisprodukte bis 2030 verzehnfachen kann. Eine echte Chance für alle Anleger!

Allerdings ist das Wachstumspotenzial auch mit Vorsicht zu genießen, denn es ist stark abhängig von politischen Entwicklungen. Wenn gleich der medizinische Nutzen zunehmend unumstritten ist, könnte der Weg zur Legalisierung von Cannabisprodukten für den Freizeitkonsum in einigen Ländern noch sehr weit und steinig werden. Das bringt uns zu den möglichen Nachteilen einer Investition in Cannabis-Aktien.

Die Nachteile: riskanter Markt, der politischen Schwankungen unterliegt

Trotz der liberaleren gesellschaftlichen Tendenzen in zahlreichen westlichen Ländern ist keineswegs sicher, dass eine Legalisierung in den kommenden zehn Jahren in vielen Staaten auch tatsächlich durchgesetzt wird. Zudem könnten mögliche künftige Gesetze und Vorschriften die gesamte Industrie bremsen. In beispielsweise den USA sind bekanntermaßen die Republikaner gegen legalisiertes Freizeit- und medizinisches Marihuana auf Landesebene. Man sucht nach wie vor nach Möglichkeiten, die Marihuana-Gesetze der einzelnen Staaten zu negieren, was die Unternehmen, Anbauer und Vertreiber weitestgehend aus dem Geschäft drängen könnte. Obwohl Kanada den Freizeitkonsum von Cannabis in seinem ganzen Land erlaubt, würde der Verlust einiger oder sogar aller US-Bundesstaaten als Kunden, den Sektor schrumpfen lassen und die Aktienkurse dabei stark senken. Die gesamte Branche und somit auch die Aktien der Unternehmen sind also stark abhängig von künftigen politischen Entscheidungen. Eine solch unberechenbare Zukunft birgt ganz klar große Risiken für alle potentiellen Aktionäre von Cannabis-Aktien.

Aktueller Stand der Cannabis-Aktien

Außerdem befindet sich die junge Branche nach wie vor in einer turbulenten Startphase. Aufgrund des großen Booms gab es innerhalb kürzester Zeit hunderte Cannabis-Aktien. Davon ist ein Großteil der Masse aber kaum oder gar nicht regulierbar. Viele wurden beispielsweise in den USA als sogenannte außerbörsliche Pennystock-Aktien gehandelt. Solche Aktien können zwar extrem schnell an Wert gewinnen, diesen aber genauso schnell auch wieder verlieren. Oft verschwinden diese Aktien über Nacht und nehmen ihre Investitionen mit sich. Bei schnell wachsenden, jungen Branchen sind solche Entwicklungen nichts Ungewöhnliches. Für die Aktionäre stellen sie aber ein schwer kalkulierbares Risiko dar. Die meisten Experten raten daher momentan (vor allem Neueinsteigern) von einer Investition ab. Es bleibt abzuwarten, wie die Branche mit dem großen Fall der Aktienkurse aus dem vergangenen Jahr umgeht und wie sie sich in Zukunft entwickeln wird. 

Investment Cannabis-Aktien: Nichts für schwache Nerven

Zusammengefasst bietet die junge Cannabis-Branche den Anlegern also einerseits ein erhebliches Wachstumspotential für die kommenden Jahre; andererseits birgt sie aber auch große Risiken. Gerade die vergangenen zwei Jahre wurde deutlich, mit welch hohen Schwankungen am Cannabis-Markt in Zukunft zu rechnen ist. Für Anleger mit langem Atem und großer Risikobereitschaft kann sich eine Investition durchaus lohnen. Alle anderen sollten eher abwarten, in welche Richtung sich der Cannabis-Markt in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Immerhin: Der größte Tiefpunkt ist laut Experten inzwischen überwunden und Besserung ist in Sicht. Dennoch ist ein Investment in den Cannabis-Markt momentan nichts für Anleger mit schwachen Nerven. 

Titelbild © darren415 – stock.adobe.com

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