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6 Antworten auf typische Fragen von Cannabis Patienten

6 Antworten auf typische Fragen von Cannabis Patienten
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Im Zuge der Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken tauchen immer wieder Fragen auf, die sich Patienten stellen. Dadurch, dass das Gesetz erst letztes Jahr verabschiedet wurde, gibt es noch viele Ungereimtheiten. Wir haben in diesem Artikel häufig gestellte Fragen für euch zusammengetragen.

Welche Sorte Cannabis ist für mich die richtige?

Aktuell gibt es bereits über 30 Sorten Cannabisblüten, die ein Arzt verschreiben darf. Zusätzlich gibt es Extrakte und Reinsubstanzen, die als Hartkapseln (Dronabinol) oder in Sprayform (Sativex) verschrieben werden können. Dabei lässt sich nicht pauschal feststellen, welche Sorte oder welches Extrakt am besten gegen ein bestimmtes Krankheitsbild helfen. Das Verhältnis von THC zu CBD kann dabei eine Orientierung liefern, doch die zuverlässigste Methode ist es, unterschiedliche Sorten über ein paar Monate hinweg auszuprobieren und regelmäßige Rücksprachen mit dem Arzt zu halten. In der Praxis kommt man aktuell leider kaum um diese Methode herum, da es weiterhin gravierende Lieferengpässe gibt und einige Sorten teilweise über Monate hinweg nicht verfügbar sind.

Darf ich medizinisches Cannabis in der Öffentlichkeit rauchen?

Theoretisch ja, jedoch existieren hier immer noch viele Unklarheiten bei Ärzten und Beamten. Theoretisch unterliegt das Rauchen von purem Cannabis nicht einmal dem Nichtraucherschutzgesetz, solange es nicht mit Tabak gemischt wird. Allerdings wird die Thematik in den Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt. Hier empfehlen wir die Anfrage des Deutschen Hanfverbandes zu dem Thema. In Thüringen werden beispielsweise grundsätzlich Ermittlungsverfahren gegen Patienten, die öffentlich konsumieren, eingeleitet. Wenn es sich vermeiden lässt und man Konfrontationen aus dem Weg gehen möchte, sollte man lieber in den eigenen vier Wänden konsumieren. Wem es aber ums Prinzip geht und wer auch gerne mal eine Minute übrig hat, um einem Polizisten zu erklären, dass er sich vollständig auf dem Boden des Gesetzes befindet, der hat als ordentlicher Patient keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten.

Darf ich am Straßenverkehr teilnehmen?

Jain. Ein Cannabis-Patient darf am Straßenverkehr teilnehmen, solange er keine Ausfallerscheinungen zeigt und eine Bescheinigung vom Arzt bekommt, dass er auch unter dem Einfluss des Medikaments fahrtüchtig ist. Diese Bescheinigung ist auch wichtig für den Versicherungsschutz.

In der Eingewöhnungsphase oder wenn ein Patient berauscht ist (beispielsweise bei einer Überdosierung), darf man nicht Autofahren. Dann drohen ebenfalls Geldstrafen und der Entzug der Fahrerlaubnis.

Gibt es Nebenwirkungen?

Es kann es unter anderem zu Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und trockenem Mund kommen. Außerdem können unangenehme psychische Effekte auftreten. Die Nebenwirkungen hängen immer von der Dosis ab und können von Patient zu Patient stark variieren. Sprecht euch deswegen immer mit eurem Arzt ab.

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Auch hier solltet ihr keine Geheimnisse vor eurem Arzt haben. Wechselwirkungen sind immer abhängig von der jeweiligen Erkrankung und den Medikamenten, die ihr gleichzeitig einnehmt. Hier findet ihr eine Übersicht an Wechselwirkungen mit den gängigsten Medikamenten.

In welcher Form soll ich das Cannabis konsumieren?

Neben dem allseits bekannten Joint gibt es durchaus andere attraktive Einnahmeformen für medizinisches Cannabis. Aus gesundheitlichem Aspekt ist die Einnahme mit Tabak generell nicht zu empfehlen. Stattdessen könnt ihr einen Vaporizer benutzen, euch einen Tee zuzubereiten oder das Cannabis in weiterverarbeiteter Form essen oder trinken. Beim (Tee-)Kochen und Backen mit Cannabis, müsst ihr die Blüten vorher allerdings unbedingt decarboxylieren, sonst tritt keine Wirkung ein.

Im Zweifelsfall immer den Arzt fragen!

Grundsätzlich raten wir euch, den Konsum von Cannabis zu medizinischen Zwecken im Vorfeld genauestens mit eurem Arzt abzusprechen. Das gilt vor allem für Patienten, die zum ersten Mal Cannabis konsumieren.

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