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Sativa vs. Indica: Die verschiedenen Cannabis-Sorten und ihre Wirkung

Sativa vs. Indica: Die verschiedenen Cannabis-Sorten und ihre Wirkung
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In Deutschland, wo der Besitz von Cannabis trotz erheblicher Kritik immer noch strafbar ist, haben Konsumierende meist kaum eine andere Wahl, als zu nehmen, was sie kriegen können. Deshalb ist es kaum weiter verwunderlich, dass viele nichts von der riesigen Bandbreite an unterschiedlichen Cannabis-Sorten wissen. Die Unterteilung in Sativa und Indica ist die wohl bekannteste Klassifizierung von unterschiedlichen Cannabis-Sorten. Wir möchten hier kurz anführen, nach welchen Kriterien diese Unterscheidung bislang vorgenommen wurde – und welche Kritik sich an dieser Unterscheidung vorbringen lässt.

Cannabis Sativa: Schlanke Blätter, hoher Wuchs, “High-Sein” nach Konsum

Sativa-blatt

Das eher hellgrüne Cannabis Sativa wächst als hohe, schmale Pflanze, die im Gegensatz zu den Indica-Sorten nicht sedierend, sondern eher erhebend wirkt: Bei Konsum stellt sich ein zerebraler Rausch ein, der von vielen wegen seiner kreativitätsfördernden Wirkung besonders geschätzt wird. Sativa-dominanten Sorten (Bsp.: Amnesia Haze) werden eher folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • motivierend
  • inspirierend
  • appetitanregend
  • Übelkeit reduzierend
  • konzentrationsfördernd
  • manchmal: psychedelisch

Cannabis Sativa hat seinen Ursprung in den äquatorialen Regionen, etwa Jamaika, Mexiko oder Thailand. Die Blüten von Cannabis Sativa sind länglich und schlank, bilden sich längs der Zweige und duften nicht so stark wie die der Indica-Sorten. Insgesamt haben die Blüten auch weniger Gewicht, was auf die geringere Dichte zurückzuführen ist.

Cannabis Indica: Breitere Blätter, niedriger Wuchs, “Stoned-Sein” nach Konsum

Indica-Blatt

Das dunkelgrüne Cannabis Indica wächst mit rund zwei Metern Höhe ziemlich niedrig und kompakt, verfügt über viel breitere Blätter als Cannabis Sativa und verursacht bei Konsum einen körperlichen Rauschzustand, den man nur als “stoned” bezeichnen kann. Indica-dominanten Sorten (Bsp.: O.G. Kush) werden eher folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • beruhigend
  • entspannend
  • appetitanregend
  • angstlösend
  • einschläfernd
  • sensibilisierend (z.B. für Berührungen, Geschmack)

Cannabis Indica entstammt zentralasiatischen Ländern und dem indischen Subkontinent, etwa Afghanistan, Pakistan oder Tibet. Die Blüten von Indica-Sorten sind dicht gewachsen, haben ein höheres Gewicht als die der Sativa-Sorten und duften stark. Außerdem sind sie rundlicher als die Blüten der Sativa-Sorten.

Warum Sativa- und Indica-Sorten so unterschiedlich wirken, ist noch nicht abschließend geklärt. Lange waren Wissenschaftler der Meinung, dass verschieden hohe THC- oder CBD-Konzentrationen oder die individuelle Zusammensetzung an ätherischen Ölen (Terpene) Einfluss auf die Wirkung nehmen. So hätten Indica-Sorten zum Beispiel eine höhere Konzentration an Alpha-Pinen als Sativa-Sorten; Alpha-Pinen sind für ihre sedierende Wirkung bekannt.

Sativa/Indica-Unterteilung sagt nichts über die Wirkungsweise aus

Neueste Untersuchungen führen allerdings zu der Annahme, dass die Unterteilung Sativa/Indica einem hohen Maß an Willkür geschuldet ist. Eine 2013 von Jeffrey Raber durchgeführte Studie mit mehr als 1000 untersuchten Cannabissorten kam zu dem Ergebnis, dass eine Unterscheidung in Sativa/Indica aus morphologischer Sicht (Bau und Wuchs von Pflanzen) Sinn mache, allerdings keine Rückschlüsse auf die Wirkungsweise zulasse.

Für Freizeit-Konsumenten okay, für den medizinischen Gebrauch ungeeignet

Diese Studie konnte 2015 von den kanadischen Wissenschaftlern Sawler et al. und 2017 von Bedrocan, einem niederländischen Produzenten von Medical Marihuana, bestätigt werden. Die Unterteilung in Sativa und Indica ist demnach kein wirklich geeignetes Klassifizierungssystem für Cannabis. Es mag ausreichend sein, um für den Freizeitkonsum Anhaltspunkte in Hinblick auf Wirkungsweise und Geschmack zu geben. Doch insbesondere bei medizinischer Anwendung sollte man sich nicht auf die Sativa/Indica-Unterteilung verlassen und sich lieber am Wirkstoffgehalt und der Zusammensetzung der unterschiedlichen Cannabinoide orientieren.


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