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Gras gegen die Heroinsucht? Das Potential von Cannabis als Ausstiegsdroge

Gras gegen die Heroinsucht? Das Potential von Cannabis als Ausstiegsdroge
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Wenn es nach der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) geht, ist Cannabis die Einstiegsdroge überhaupt. Das Argument lautet wie folgt: Irgendwann reicht dem Konsumierenden das Kiffen nicht mehr aus und er greift zu härteren Drogen. Diese auch Gateway-Theorie genannte These wurde zwar durch verschiedene Studien mehrfach widerlegt, Legalisierungs-Gegner (zu denen Frau Mortler natürlich zählt) führen sie aber trotzdem immer wieder an.

Von wegen Einstiegsdroge: Cannabis als Medikament gegen den Entzug

Dabei legen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse nahe, dass Cannabis mitnichten eine Einstiegs-, sondern vielmehr eine Ausstiegsdroge sein kann. Vor allem Alkohol- und Opioid-Abhängige können von Cannabis profitieren, auch der Kokainentzug lässt sich damit leichter ertragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität in British Columbia, Kanada. Die Forscher befragten 400 Kanadier, die Cannabis für medizinische Zwecke nutzen. 75 Prozent der Testpersonen gaben an, mit Cannabis eine andere Substanz zu ersetzen, etwa Alkohol, illegale Drogen oder verschreibungspflichtige Schmerzmittel. Angegeben wurden außerdem die Gründe für die Substitution mit Cannabis: „weniger Entzug“, „weniger Nebenwirkungen“ und „besseres Symptommanagement“.

Cannabis-gegen-Heroinsucht

Ausstiegsdroge Gras: Wie kann Cannabis gegen Entzugssymptome helfen?

Je nach Substanz und Abhängigkeitsgrad sind die Entzugssymptome, die bei Süchtigen auftreten, unangenehm bis unerträglich. Stark alkoholabhängige Menschen, die ihren Konsum reduzieren oder abrupt beenden, kämpfen mit grippeähnlichen Symptomen, Zittern, Krampfanfällen, Halluzinationen und Delirien. Doch auch wenn die körperliche Abhängigkeit noch nicht so weit fortgeschritten ist, ist ein Alkoholentzug alles andere als ein Zuckerschlecken. Patienten verspüren Nervosität, Schlafstörungen, vor allem aber starken “Saufdruck”.

Mit Cannabis gegen die Heroinsucht

Ähnlich schlecht geht es Opioid-Abhängigen, also zum Beispiel Heroinsüchtigen. Besonders der sogenannte kalte Entzug kann schwerwiegende Komplikationen hervorrufen: Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen, schmerzhafte Muskelkrämpfe und Fieber. Auch hier ist der Suchtdruck ein großes Problem, das viele Patienten zum (oft wiederholten) Rückfall bewegt. Während eines kontrollierten Entzugs, etwa in einer Suchtklinik, greifen Ärzte deshalb oft auf Substitutionsmedikamente wie Methadon zurück, die ihrerseits jedoch großes Abhängigkeitspotential haben.

Cannabis gegen den Suchtdruck: So gelingt der Ausstieg

Großangelegte medizinische Studien zur positiven Wirkung von Cannabis als Substitutionsmedikament existieren zwar noch nicht, wohl aber Fallberichte und Patientenumfragen. Die entspannende und beruhigende Wirkung von Cannabis könnte als wirksames Mittel gegen den Suchtdruck bald anerkannt werden – vorausgesetzt, die Regierenden dieser Welt denken endlich um und stellen Cannabis nicht länger auf eine Stufe mit Koks, Keta und Co.

Bildquelle: CC BY-Sa 2.0 Flickr.com Repcenter Moscow

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