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Synthetische Cannabinoide: Eine unerkennbare Gefahr für Konsumenten

Synthetische Cannabinoide: Eine unerkennbare Gefahr für Konsumenten
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Synthetische Cannabinoide befinden sich auf dem Vormarsch. Mittlerweile gehören sie zu der größten Gruppe von Substanzen, die derzeit von der EMCDDA (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) in Europa durch das EU-Frühwarnsystem überwacht werden. Meist können sie legal erworben werden, jedoch ist ihre Wirkung bis zu hundert Mal stärker als THC und bieten ein viel höheres Abhängigkeitspotential. Alleine im letzten Jahr starben 5 Menschen in Deutschland an synthetischen Cannabinoiden. Doch worum handelt es sich bei der Substanz genau und was hat es mit dem explosionsartigen Anstieg auf sich? Wir geben dir einen Überblick. 

Die Geschichte synthetischer Cannabinoide 

Das erste Mal wurde ein synthetisches Cannabinoid 2008 in Deutschland in dem frei im Handel erhältlichen „Spice“ nachgewiesen. Es handelte sich um das Cannabinoid JWH-018. Spice wurde damals als Räucherware zur Raumluftaromatisierung verkauft. Obwohl auf der Packung groß die Warnung ausgesprochen wurde, dass das Kraut nicht zum Verzehr geeignet sei, so wurde es hauptsächlich von Konsumenten in Form eines Joints geraucht. In den kommenden Jahren wurden künstliche Cannabinoide dann in weiteren Produkten wie unter anderem „Spice Gold“, „Spice Silver“ oder „Yucatan Fire“ nachgewiesen. 

All diese Produkte werden unter dem Begriff der Legal Highs gelistet. Hierbei handelt es sich um neue, psychoaktive Substanzen, die die Wirkung anderer zum Teil harter Drogen imitieren. Du kannst sie frei und meist ohne Probleme auf dem Markt kaufen. Und genau das ist das Problem. Denn meist fehlen eine Menge wichtiger Informationen über die Substanzen über das Risiko, Wirksamkeitsgrade oder körperliche Auswirkungen. Genaue Regulierungen oder Kontrollen über die enthaltene Menge von synthetischen Cannabinoiden in den Produkten gibt es auch nicht. Und so gibt es in mehreren Ländern bereits die ersten Todesopfer zu beklagen. Besonders dramatisch: Der Zugang fällt gerade Minderjährigen ziemlich leicht. 

Synthetische Cannabinoide heute

Mittlerweile sind synthetische Cannabinoide die größte Gruppe von Substanzen, die durch das EU-Frühwarnsystem für psychoaktive Substanzen nachgewiesen werden. Zum Vergleich: 2008 gab es noch nur ein nachgewiesenes künstliches Cannabinoid, bis 2016 wuchs die Zahl auf 169. Leider wurden diese Substanzen mittlerweile auch in CBD-Produkten nachgewiesen, also in Produkten, auf die der Konsument extra wegen ihrer nicht psychoaktiven Eigenschaften zurückgreift. In letzter Zeit gibt es vermehrt alarmierende Berichte von Konsumenten, die ohne ihr Wissen chemische Cannabinoide zu sich genommen haben. Gerade hier ist die Gefahr einer Überdosierung besonders hoch, die unter anderem eine verlangsamte Atmung, Herzrasen, Ohnmacht, akute Psychosen, Krampfanfälle oder unter anderem Erbrechen hervorrufen kann. Laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle starben im letzten Jahr mindestens 33 Menschen in Europa an synthetischen Cannabinoiden wie MDMB-4en-PINACA und 4F-MDMB-BICA. Und auch in Deutschland gab es 5 Tote, welche mit den gefährlichen Substanzen in Verbindung gebracht werden können. 

So wirken synthetische Cannabinoide 

Im speziellen sind künstliche Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten (synthetische Cannabinoide) sind Stoffe, die die Wirkung von THC imitieren. THC ist vor allem für die psychoaktive Wirkung beim Konsum von Cannabis verantwortlich. So bindet sich die synthetische Substanz genauso wie das Original an die Cannabinoid-Rezeptoren im Körper. 

Doch wie kann es sein, dass chemische Cannabinoide so leicht und freiverkäuflich auf dem Markt erhältlich sind? Unter anderem ist die große Anzahl ein Grund dafür, sowie die Geschwindigkeit ihres Auftauchens und die unterschiedliche chemische Vielfalt. Wird ein synthetisches Cannabinoid kontrolliert oder vom Markt genommen, werden direkt weitere und neue auf den Markt gespült. 

Dealer nutzen aktuelle Corona-Situation

Für den Schwarzmarkt ein gefundenes Fressen – für Konsumenten eine Gefahr, die mit dem bloßen Auge (selbst unter dem Mikroskop) nicht zu erkennen ist. Das nutzen Dealer, vor allem in der momentanen Pandemie, selbstverständlich aus. Mittlerweile ist ein sehr großer Teil des Marktes mit synthetischen Cannabinoide verseucht. „Minderwertiges“ THC-haltiges Cannabis wird damit behandelt und gestreckt, sodass es eine stärkere Wirkung aufweist. Die Auswirkungen auf die Gesundheit, beim Konsum des sogenannten „grünen Cracks“ sind verheerend. Sie machen nicht nur extrem süchtig, sondern können auch zu Ohnmacht, Panikattacken und Herzinfarkten führen. Aber auch vor CBD-Gras machen Dealer keinen Halt. Sehr guten und qualitativ hochwertigen CBD-Blüten werden synthetische Stoffe zugesetzt um es dann, als Cannabis mit THC, verkaufen zu können. Kunden merken davon nichts, da es, durch chemische Cannabinoide, ebenfalls „ballert“ und somit berauschend wirkt. Insbesondere Berlin ist aktuell ein regelrechter Hotspot, wo mittlerweile sogar Haschisch mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt ist.

Fazit: Synthetische Cannabinoide 

Alle diese Fakten zeigen, wie gefährlich synthetische Cannabinoide sind. Vor allem können letztendlich Konsumenten nicht wirklich erkennen, ob sie statt einem normalen Joint gerade eine lebensgefährliche Substanz konsumieren. Tatsächlich lässt sich der Unterschied derzeit nur unter dem Mikroskop feststellen. Da CBD-Produkte mittlerweile strenge Kontrollen durchlaufen, sind Konsumenten hier in der Regel auf der sicheren Seite. Gefährdet sind vor allem Cannabiskonsumenten, die ihre Ware vom Schwarzmarkt beziehen. Deshalb braucht es stärkere Kontrollen und in diesem Fall könnte eine Legalisierung vielleicht sogar die Lösung sein, um dem Problem mit den synthetischen Cannabinoiden entgegenzuwirken. 

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