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E-Zigaretten: Aufklärung über die Todesfälle

E-Zigaretten: Aufklärung über die Todesfälle
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Immer öfter hört man von den Todesfällen durch E-Zigaretten, die eigentlich als „gesünder“ eingestuftt werden als normale Zigaretten. Zunächst wurden 47 Todesfälle in Verbindung mit E-Zigaretten in den USA dokumentiert, nun ist auch eine Person in Europa, genauer in Belgien, verstorben. Verantwortlich gemacht werden dafür die E-Zigaretten. Hängen die Tode jedoch wirklich mit dem allgemeinen Gebrauch von E-Zigaretten zusammen oder gibt es hierfür einen anderen Hintergrund?

Erkrankungen und zunehmende Angst

Mehr als 2000 Menschen sind in den USA an einer Lungenkrankheit bedingt durch E-Zigaretten erkrankt, 47 Menschen davon sind bislang gestorben. Von den mehr als 2000 bekannten Erkrankten wurden 95 Prozent in Kliniken behandelt, 68 Prozent waren männlich, 77 Prozent jünger als 35 Jahre und 15 Prozent sogar jugendlich und damit unter 18 Jahren alt. In Deutschland ist bisher kein Fall von Lungenschädigungen im Zusammenhang mit E-Zigaretten bekannt. Besorgniserregend ist nun der erste Todesfall innerhalb Europas. In Belgien wurde vergangenen Monat der Tod eines 18-Jährigen gemeldet, welcher auf das Einatmen schädlicher Substanzen mit einer E-Zigarette zurückgeführt werden kann. 

Die Erkrankungen und Todesfälle, die in Zusammenhang mit den E-Zigaretten gebracht werden, zeigen zunehmend ihre Wirkung in Deutschland. Die aktuelle Forsa-Umfrage bestätigt einen Negativtrend für E-Zigaretten: die Deutschen entwickeln eine Angst vor den „Verdampfern“, man hält sie für gefährlich. 57 Prozent der Befragten halten E-Zigaretten für genauso schädlich oder schädlicher als Tabakzigaretten, 91 Prozent der Tabakraucher lehnen einen Test von E-Zigarette ab. Dass E-Zigaretten bewiesenermaßen weniger schädlich sind als Tabakzigaretten, ist der Mehrheit der Befragten Raucher nicht bekannt.

Mögliche Ursachen: Todesfälle in den USA haben anderen Hintergrund

E-Zigaretten erweisen sich in Studien als weniger schädlich und toxisch im Vergleich zu normalem Tabakrauch. Trotz dessen glaubt eine Mehrheit aufgrund der Vorfälle in den Vereinigten Staaten genau das Gegenteil. Allerdings handelt es sich bei den zu Erkrankungen führenden E-Liquids nicht um herkömmlich erwerbbare Produkte. Bei den Betroffenen waren häufig entweder selbst zusammengemischte Substanzen oder auf dem Schwarzmarkt erworbene Liquids die Ursache. Mit Erkrankungen nach dem Konsum von in Europa handelsüblichen sowie zertifizierten E-Liquids, ist laut Experten nicht zu rechnen.Die genaue Ursache für die Erkrankungen und Todesfälle ist nicht bekannt, möglich wäre, dass mehrere Substanzen zusammenwirken. Im Verdacht steht momentan das sogenannte Vitamin-E-Acetat, welches laut CDC (Center for Disease Control and Prevention) in der Lungenflüssigkeit von 29 erkrankten Patienten nachgewiesen wurde. In Amerika wird das flüssige Vitamin-E-Azetat vor allem von Straßenverkäufern zur Verdickung der Liquids verwendet, ähnlich wie beim Strecken von Drogen mittels Backpulver oder Haarspray. Vitamin-E-Azetat besitzt eine zähe, Honig-ähnliche Konsistenz und wird normalerweise in kosmetischen Produkten gefunden. Wird die Substanz erhitzt und eingeatmet, so entzünden sich Atemwege und Lunge. Mögliche Symptome der Lungenerkrankung sind Husten, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Atemnot, welche im schlimmsten Fall zum Tod führt.

Warum kam es in Deutschland bis jetzt noch zu keinen bekannten Vorfällen?

In Deutschland dürfen den Liquids für E-Zigaretten laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) keine Vitamine zugefügt werden, da sie einen „gesundheitlichen Nutzen suggerieren“ könnten. In den USA existiert im Gegensatz zu Deutschland kein Verbot für die Verwendung von Substanzen wie Vitamin E-Azetat, was die Ursache für die zahlreichen Todesfälle in den USA sein könnte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, die Liquids für die E-Zigaretten selbst zusammenzumischen oder herzustellen. „Beim Selbstmischen besteht zum Beispiel die Gefahr, dass Mineral- und Pflanzenöle verwendet werden. Diese Öle sollten unter keinen Umständen in Liquids enthalten sein und können bei Inhalation zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch von E-Zigaretten und Gemischen (E-Liquids) unklarer Herkunft und Zusammensetzung ist abzuraten.“ Allerdings spricht laut dem BfR-Präsidenten Professor Dr. Dr. Andreas Hensenichts gegen zertifizierte, in Deutschland auf legalem Weg erwerbbare Produkte. 

Fazit

Statt einer allgemeinen Verteuflung des Produkts sollte eher in die Aufklärung investiert werden. Denn vor allem junge, unaufgeklärte Menschen können mit E-Zigaretten unterschiedliche Substanzen mischen und verdampfen, die nicht für den Konsum, die Erhitzung oder Mischung vorgesehen sind und zu Lungenschäden führen können. E-Zigaretten sollten außerdem nur von denjenigen verwendet werden, die eine Alternative zu herkömmlichen Zigaretten suchen, oder sich das Rauchen abgewöhnen wollen. Denn es gibt aktuell keine Studien, welche die Langzeitfolgen von E-Zigaretten Gebrauch dokumentieren. Fest steht jedoch, dass bei den Verdampfern die Nikotindosis zur Entwöhnung selbst angepasst werden kann und kein Tabak verbrannt wird; die Schadstoffe der Verbrennung entfallen.

© janifest– stock.adobe.com

Kommentar(1)

  1. Wenn jemand an einer Injektion von Heroin stirbt werden nicht auch sofort die Spritzen verteufelt. Bei einer missbräuchlichen Benutzung von E-Zigaretten sowie Liquid dem Drogen und andere Substanzen beigemischt werden sollte man doch einfach sachlich bleiben. Dem Staat und der Tabak Industrie entgehen Millionen von Euro und da geh ich einfach davon aus das man am besten E-Zigaretten und das Liquid verteufelt und als gefährlich einstuft. Warum werden nicht sofort die Herstellung und der Verkauf von Tabak verboten die führen doch auch zum Tod oder Krankheit vieler Raucher. Ich persönlich habe durch das Rauchen Raucher Beine und Dampfe daher schon seit 4 Jahre und brauche seitdem nicht mehr in die Klinik. Also es werden keine Spritzen abgeschafft und bitte auch die E-Zigaretten nicht, viel besser wäre es aufzuklären und darauf hin zuweisen das keine Substanzen die für das Dampfen nicht geeignet zu verwenden

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