Home Grüne Seiten Politik Die große Cannabis-Zensur – Facebook, Google und Co. im Kampf gegen den Hanf
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Die große Cannabis-Zensur – Facebook, Google und Co. im Kampf gegen den Hanf

Die große Cannabis-Zensur – Facebook, Google und Co. im Kampf gegen den Hanf
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Still und heimlich werden Cannabis-Medien zensiert und völlig legale Geschäftsmodelle und Produkte verbannt. Diesmal nicht vom Staat, sondern von privaten Unternehmen wie Facebook, Google, Amazon oder Paypal.

Die Welt digitalisiert sich und ein immer größer werdender Teil davon spielt sich im Internet ab. Das umfasst sowohl den Online-Handel als auch Nachrichten, Werbung oder den Zahlungsverkehr.

In dieser neuen Welt haben nicht die Regierungen einzelner Länder das Sagen, sondern ein paar wenige Konzerne. Facebook bestimmt unsere Meinung, Google entscheidet was wir finden und Amazon was wir kaufen. Diese Unternehmen haben die Macht Firmen oder ganze Branchen zu sabotieren, wie es kaum eine Regierung vermag – und das auf globaler Ebene.

Facebook zensiert Cannabis via „Shadow Ban“

Bereits in der Vergangenheit hatte es Cannabis-related Content oft nicht leicht auf Facebook. Beiträge konnten nicht promoted werden, um eine größere Reichweite zu erzielen oder Seiten wurden vorrübergehend gesperrt oder sogar ohne Vorwarnung endgültig gelöscht. Wenn es überhaupt eine Begründung dazu gibt, dann heißt es, man verstoße gegen Werberichtlinien oder „Community Standards“. Dies betraf auch einige unserer Artikel.

Im August 2018 hat sich Facebook zum nächsten Schritt der schleichenden Zensur entschieden. Die Wörter Cannabis, Marihuana, Hanf, THC und deren internationalen Übersetzungen wurden mit einem Shadow-Ban belegt. Durch direkte Suche können diese Seiten nun nicht mehr gefunden werden, denn die Suche liefert keine Treffer. Dabei wird noch nicht einmal unterschieden zwischen Gruppen die sich mit Freizeitkonsum beschäftigen, Patientengruppen, politischen Seiten oder sogar offiziellen Regierungsseiten wie der „California Bureau of Cannabis Control”.

Stellungnahme von Facebook bleibt aus

Man könnte jetzt natürlich sagen, Facebook ist ein privates Unternehmen und kann Tun und Lassen was es will. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen welchen Einfluss das Unternehmen auf die öffentliche Meinung hat. In den USA beziehen fast die Hälfte der Bürger ihre Nachrichten über Facebook; In Deutschland ist es jeder Vierte. Wenn Facebook nun alleine entscheiden darf, welche Nachrichten wir sehen dürfen und welche nicht, befinden wir uns auf einem sehr gefährlichen Weg, denn die Meinungs- und Pressefreiheit darf nicht abhängig von den Interessen eines einzelnen Konzerns werden!

Und es bleibt abzuwarten, ob der „Shadow Ban“ nun der letzte Akt der Zensur oder vielleicht erst der Anfang war. Der große Aufschrei blieb bislang jedenfalls aus, da es die breite Masse vermutlich gar nicht mitbekommen wird und Facebook beharrlich zu dem Thema schweigt. Lediglich dem Guardian gegenüber kommentierte ein Facebook-Sprecher, der Shadow-Ban resultiere vermutlich daraus, dass man gegen Opiatverkäufe vorgehen wolle. Auch uns erschließt sich hier kein vernünftiger Zusammenhang.

Google sperrt Cannabis Unternehmen für Advertising

Doch Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, dass sich gegen Cannabis-Geschäftsmodelle, -Informationen und legale Produkte zur Wehr setzt. Über Google ist es zum Beispiel nicht möglich Anzeigen für ganz legale Produkte wie Bongs oder Vaporizer zu schalten und die hauseigene Plattform Youtube löscht immer wieder Videos mit Cannabisbezug oder ganze Accounts. Darunter wurden erst Anfang diesen Jahres die Aufklärungskanäle von Open Mind und der Micha gesperrt.

Kurz zuvor wurden von Amazon ohne Ankündigung sämtliche CBD-Produkte aus dem Sortiment geworfen und auch Pay Pal, Visa und Mastercard verweigern regelmäßig ihre Dienste für CBD- oder Online-Headshops mit Verweis auf die Nutzungsbedingungen.

Das gerade die für die Online-Welt entscheidenden US-Unternehmen Cannabis blockieren mag auf den ersten Blick verwundern, da die USA zunehmend einen liberaleren Cannabis-Kurs  Der zweiten Blick lädt zu allerhand Verschwörungstheorien über Interessensverbände ein, denn ethische Motive kann man ziemlich sicher ausschließen, betrachtet man die stabile Werbefreundlichkeit für Suchtmittel wie Alkohol oder Glücksspiel.

Kommentar(3)

    1. Hallo Heike, das ist richtig. Aber es finden regelmäßig “Säuberungsaktionen” statt. Was da aktuell bei amazon stattfindet, ist sehr willkürlich und Händlern werden wahllos Produkte von der Plattform geworfen und Konten gesperrt. Wir würden keinem CBD-Anbieter den Vertrieb über amazon empfehlen, wenn er auf der Plattform bleiben will.

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