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Statt Medizinal-Hanf – Seehofer fordert: Bier auf Rezept

Statt Medizinal-Hanf – Seehofer fordert: Bier auf Rezept
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Dass den Bayern als Biernation das kühle Blonde bereits von Geburtswegen in den Adern steckt, ist gemein bekannt. Doch ihrem ehemaligen Freistaats-Ober-Guru mit überpatriotischen Ambitionen – good old Horsti – ist bei seiner politischen Klassenfahrt durch das Parlament in der Hauptstadt ein verblüffend erfrischender Einfall gekommen. Seehofer fordert Bier auf Rezept. So sollen künftig suchtbedingte Krankheitssymptome von Rehabilitations-Patienten unter ärztlicher Aufsicht mit der güldenen Hefebrause gelindert und bestenfalls beseitigt werden. Und tatsächlich steckt im bayerischen Nationalgetränk mehr als nur ein Rausch. Denn der im Bier enthaltene Hopfen weist vielschichtige Vitamine und Nährstoffe-Ketten auf, die es so eigentlich zum idealen Immun-Booster machen.

Aus der Hausfrauen Apotheke: warmes Bier bei Fieber

Was Seehofer fordert, mag zwar vorerst abwegig klingen, jedoch ist der älteste Hausfrauen-Trick dem kranken Kind ein heißes Bier zu verabreichen. Um so wirkungsvoll Fiebersymptome und Agrypnie zu bekämpfen. Und was bei der Mutti schon geholfen hat kann unter medizinischem Kontext nur erfolgversprechend sein. „Den Patienten sollen durch den verstaatlichten Verabreichungsprozess, immense Kosten erspart bleiben. Die so in einem breiten Maße auf den übersättigten Schultern der Krankenkassen getragen werden könnten.“ Lobt Gesundheitsminister Spahn, den Gesetzesentwurf des bayerischen Strippenziehers und zielt damit auf den gewaltigen Überschuss, der in den letzten Jahren im hiesigen Gesundheitswesen erzielt werden konnte.

Hanf oder Hopfen?

© ExQuisine – stock.adobe.com

Doch Seehofer’s Motiv zur Gesetzesvorlage resultiert nicht, wie er es oft gebetsmühlenartig prophezeit, zu vollen Teilen aus seinen Ambitionen zum Wohle der deutschen Steuerzahler. Vielmehr ist dem Erzkatholischen Tattergreis die hiesige Gesundheitspolitik ein entschiedener Dorn im Auge. So versuchte er doch jahrelang erfolgreich die Medizinal-Hanf Initiative auf allen politischen Ebenen zu verhindern. Doch die globale Diskussion führte, ganz zu seinem Groll sogar dazu, dass Patienten nun endlich straffrei und unter klinischer Diagnose Cannabis auf Rezept erwerben durften.

Horsti hasst Hanf

Eben jene, in Horsti’s Augen verkommenen Kiffer haben somit einen entscheidenden und unfairen Vorteil. So könne am Ende wohlmöglich noch der Eindruck entstehen, Cannabis sei auch aus medizinischer Sicht relevant und nicht bloß ein Genussmittel, wie es eben beim Hopfen-haltigen Bier der Fall sei.

„Wennst nur kiffen tatst, kimmt nix bei rum!“, so beanstandete Seehofer im Rahmen seines Antrags auch die direkte Korrelation des gestiegenen Cannabis Konsums und dem Fachkräftemangel bei den nachwachsenden Jugendlichen.

Oktoberfest-Kongress

Ferner fordert Seehofer künftig auch die alljährliche Zusammenkunft eben jener verantwortungsbewusster Alkohol-Konsumenten. Das praktischerweise bereits in seiner heiligen Homebase ansässigen Volksfest eigne sich somit hervorragend zur Diskussion und zum Austausch der Betroffenen. Die Wiesn soll so laut Seehofer das bayerische Pendant zum Europäischen Gesundheitsgipfel darstellen. Mit der Leichtfüßigkeit eines adipösen Trachtenclub-Fähnleinführers plant Horsti, der bald eine Dekade an schwummeriger Hopfen-Selbstmedikation mit sich bringt, das Zepter dieser neuen Health & Lifestyle Bewegung bereitwillig zu übernehmen. Ob der CvD der Bauernpartei damit auf die Suffnase fallen wird, bleibt vorerst noch unklar.

Beitragsbild: Wiesn Anstich, Seehofer von Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de 

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